Mit dem Netzgemüse im Internet – Eine Buchrezension

Netzgemüse Buch

In meiner guten Tradition nahezu aller Bücher, die ich so lese auch zu verbloggen (ja, sind nicht viele) will ich heute mal über »Netzgemüse – Aufzucht und Pflege der Generation Internet« schreiben.
Wie ihr wisst bin ich selbst in keiner Lebenslage, um irgendwie in die Zielgruppe dieses Buches zu fallen, aber wenn es schon mal ein Internet Buch gibt muss man das ja auch lesen.

Internet Bücher gibt es wie Sand am Meer. Also wieso habe ich genau dieses eine in unsere Familie geschleppt? Der Hauptgrund war, dass das Buch von Tanja und Johnny Haeusler vom doch ziemlich bekannten Blog Spreeblick geschrieben wurde und ich mir deshalb eine ziemlich positive Sichtweise auf dieses »Internetz« erwartet habe.

Und ich wurde auch nicht enttäuscht. In dem doch ganz dicken Buch beschreiben Tanja und Johnny abwechselnd ihre Erfahrungen mit ihren beiden Söhnen und erzählen so alles mögliche über den Umgang der Kinder im Lebensraum Internet, bei YouTube, Facebook, Spielen und mit Smartphones. Ihre Söhne und deren Freunde sind aber nicht Mittelpunkt, sondern vielmehr Aufhänger für die einzelnen Kapitel.
In den Kapiteln selbst erklären die zwei Autoren dann genau, was die »neuen Medien« so alles bereithalten und erklären den Lesern ziemlich locker, was dort so vorgeht. Man merkt bei jedem einzelnen Satz, dass sie die Angst vor dem großen Unbekannten nehmen wollen und zum mitmachen aufrufen. Man soll auch sich selbst alles anschauen, was die Kinder da so treiben. Jedes einzelne Kapitel bietet ziemlich viel interessanten Lesestoff  und das ein oder andere Lächeln bei den Anekdoten aus ihrem Haushalt.

Am liebsten würde ich wie meine Mutter schon schrieb allen Eltern dieses Buch als Lektüre in den Briefkasten schmeißen lassen, aber auch allen Pädagogen, Lehrern und denjenigen, die endlich mal verstehen wollen, wie die Kinder von heute lernen, das Buch stark ans Herz legen. Es ist so schön geschrieben, dass man auch als Hardcore Internet User noch vieles dazu lernen kann.

Sogar mir, als Digital Native (hach, ich liebe diesen Ausdruck) hat sich doch noch einiges erschlossen, auch wenn ich Minecraft immer noch nicht richtig verstehe.

Zum Schluss empfehle ich euch nur noch den Rant »The Kids Are Alright« von Tanja und Johnny auf der re:publica 2013.

Und damit: Kaufen und lesen!

Schönen Tag noch.


 

Herzlich willkommen im Oceanside Internetcafé

Es ist eine Leidensgeschichte. Eine unserer Unterkunft hier und diesem neumodischen Internet.

Begonnen hat sie schon kurz nach unserer Ankunft. In der ersten Woche waren wir noch zu fünft: Wir konnten unsere Computer mit dem W-Lan verbinden, mit ein wenig Geduld alle Seiten aufrufen.
In der zweiten Woche reisten unsere restlichen Kommilitonen an. 35 an der Zahl: Und das Internet war tot. Keine Verbindung mehr, keine YouTube Videos, keine Facebooknachrichten, keine E-Mails, kein Google. Einfach nichts mehr. Und wenn das W-Lan mal verbunden war stellte man den Sekt spätestens nach dem 10 sekündigen laden des neuen Google Doodles wieder zurück in den Kühlschrank.

Also sind in den nächsten Tagen Einige zur Rezeption gegangen und haben sich beschwert. „Anfang nächster Woche kommt eine Firma, die repariert das dann“, hieß es. Leider hieß es das zu oft. Während die Wochen verstrichen wurde die Zeitangabe beliebig zu „Mitte der Woche“ oder „Ende der Woche“ ausgetauscht bevor man wieder von vorne begann. Sechs Wochen lang!

Mit jeder Woche stieg unsere Aggression. Lange Diskussionen in der Facebookgruppe mit den Besitzern tauschten sich mit E-Mails an unsere Standorte in Deutschland und E-Mails an die Universität hier in Sydney ab. Passiert ist nichts und der Ausspruch „Morgen haben wir High Speed Internet. Ganz sicher“ wurde von jedem nur noch herzlich lachend aufgenommen.

„Hier, eure Internetnutzerdaten“ hieß es dann plötzlich gestern Abend und wir nahmen verwirrt und erschrocken die Codes für das neu installierte Netz in Empfang.
Ihr könnt euch nicht vorstellen wie groß die Freude heute Vormittag war, als wir zusammen in dem Innenhof – unserem Internetcafé – saßen und surften, skypten und sogar Videos anschauen konnten. Alle gleichzeitig!

So also muss sich die Zukunft anfühlen.


 

Ich erzählte als Digital Native Dinge über das Lernen mit dem Netz

Vor zwei Wochenenden war ich wie im letzten Sommer wieder als Referent auf einer Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing eingeladen. Dieses Mal sollte ich ein bisschen was über uns Digital Natives und das Lernen mit dem Netz erzählen.

In meinen Vorbereitungen sind mir dann auch schon einige Sachen aufgefallen. Meine Kommilitonen und ich nutzen für Projektarbeiten zum Beispiel wie selbstverständlich neben den Offline Bibliotheken auch Google Books und dessen Bücher als Quellenangaben.

Genauso selbstverständlich laden wir uns diverse Apps zum Lernen herunter, wenn wir sie brauchen. Oder wie viele von euch mit Smartphone im Besitz üben für die Führerscheintheorie noch mit den Papierbögen? Wahrscheinlich wenige bis keine. Ich tat es noch.

Aber interessanter finde ich eigentlich die neue Art, wie ich und sicher auch viele von euch neue Sachen kennen lernen. Bei mir jedenfalls kommt viel Allgemeinwissen aus dem Internet. RSS Feeds, Twitter, Podcasts. Überall kann man nebenbei neue Informationen aufsaugen und sich zum Teil auch merken. Und wenn sie gut sind kann man sie auch gleich weiter verbreiten und so andere mit Wissen versorgen. Super Sache.

Natürlich habe ich auch noch viel mehr erzählt, aber mir ist schon aufgefallen, dass im Internet doch relativ wenig Stochastik zu finden ist. So konnte ich die Frage aus dem Publikum „Wenn Sie alles aus dem Internet lernen, können wir dann die Schule abschaffen?“ ganz einfach mit einem Nein beantworten. Die Grundlagen in der Bildung wird man so schnell nicht mit dem Netz ersetzen können.

Oder seht ihr das anders?


 

Einfach mal ohne Internet?

Schon lange habe ich diesen Gedanken in meinem Kopf. Wie wäre es mal eine Woche ohne Internet zu leben? Ganz ohne Internet wird in unserer Gesellschaft leider schon nicht mehr möglich sein.
Ich bin desto mehr beeindruckt von Jana und Luca. Sie wollen vier Wochen lang komplett ohne Twitter leben. So lange würde ich es mich nicht trauen. Vier Wochen sind schon eine sehr lange Zeit.

Mit dem Internet und vorallem Twitter bin ich viel zu eng verbunden. Wenn ich im Alltag kein Twitter habe fehlt mir was. Als mal die Twitterapp auf dem iPhone nicht funktionierte habe ich gleich eine andere heruntergeladen. Was will ich auch mit einem iPhone ohne Twitter? Wenn ich mir es recht überlege ist das schon ganz schön pervers. Manchmal habe ich schon das Gefühl als wäre ich süchtig. Weiterlesen »


 

Ohne Internet bist du nichts

Mir fällt es immer wieder auf. Alles, was ich mit Freunden organisiere läuft über Social Networks. Mail ist ja schon lange ausgestorben. Alle treiben sich in Facebook oder Lokalisten herum. Wenn man sich nicht gerade trifft, schreibt man dort miteinander. Vor allem die Facebook Nachrichten eignen sich perfekt um in großen Gruppen ohne ein Treffen diskutieren zu können.

In meiner jetzigen und alten Klasse gibt es jedoch ein paar, die sich von dem Internet komplett ausschließen. „Für was brauche ich das Internet, wenn es doch SMS und Telefon gibt?“, geben diese oft zur Begründung. Weiterlesen »


 

Offline regiert

Politiker InternetSommer diesen Jahres. Von der Leyen will ein Gesetz zur Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet verabschieden. Viele IT-Experten laufen Sturm und meinen, dass die geplanten Maßnahmen zu schwach seien. Doch von der Leyen gibt nicht nach und will diesen unprofessionellen „Schutz“.
Sie hat das Internet vermutlich nicht verstanden. Verstehen aber die, die uns regieren überhaupt das Internet und den Computer?

Oft kommt es mir so vor, als hätten die Politiker, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind einfach keinen Bezug zu diesem Medium. Weiterlesen »


 

Und alle so Yeaahh oder doch nicht?

undallesoyeaahhAuch die, die nicht im Internet leben werden es mitbekommen haben. Merkels Wahlauftritte werden in letzter Zeit stark von „Yeaahh“ Rufen begleitet. Die Zeitungen und das Fernsehen bejubeln es als neue Protestform des 21. Jhd. Doch halt, alles von Anfang an.

Angefangen hat es vor genau einer Woche, als Nerdcore das Foto eines Wahlplakates bloggte. Es war eines dieser „Angela Merkel kommt“ Plakate. Anscheinend hat jemandem dies jedoch nicht gefallen und so fügte der unbekannte mit Filzstift ein „und alle so: Yeaahh“ hinzu. Diese kleine Bemerkung hat es jetzt bis in die traditionellen Medien geschafft. Aber halt, so schnell auch wieder nicht. Weiterlesen »


 

Die Geschichte des Internets

Wie ist eigentlich das entstanden, was wir heute Internet nennen? Viele von euch werden sich das schon einmal gefragt haben. Es gibt ein Video von Melih Bilgil, das diese Frage nun anschaulich beantwortet.


History of the Internet from PICOL on Vimeo.

[via Twitter]


 

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